Es ist das das klassische orientalische Grillgericht überhaupt: kebab oder auch kebap genannt. In den vergangenen Jahrzehnten entwickelte sich der Döner Kebap zu einem der beliebtesten Fastfood-Gerichte Deutschlands. Doch das beliebte Gericht hat eine lange Tradition.
Der genaue Ursprung des Wortes und kebâb ist immer noch unbekannt. Eine bestimmte Legende findet sich jedoch besonders häufig im Zusammenhang mit dem Ursprung des Kebabs (türkisch: Kebap).
Osmanische Reitertruppen und ihre „Fleischspieße“ für Kebabs
Die Legende eng mit der Militärgeschichte des Osmanischen Reiches verbunden. Sie geht so: Das Kebap sei in der Zeit der früheren militärischen Feldzüge zwischen 1300 und 1453 der Osmanen gegen das christliche Byzantinische Reich erfunden worden. 1453 wurde Konstantinopel endgültig von den Osmanen erobert, das unter dem Namen Istanbul zur Hauptstadt des Osmanischen Reiches wurde.
Ursprünglich bestanden osmanische Truppen nur aus Reitertruppen, die mit Lanzen und Schwertern kämpften. Besonders zu erwähnen sind die Sipahi, die Reitertruppen, die auf Persisch sepâhî, und im kolonialen Indien auch Sepoy genannt wurden.
Diese Truppen mussten von den Inhabern der Kriegerlehen gestellt werden. Die Sipahi waren die Kerntruppen des osmanischen Heeres. Innerhalb der Truppen waren sie an ihren roten Mänteln leicht zu erkennen. Diese roten Mäntel waren ein Kennzeichen der Sipahi der klassischen osmanischen Armee.
Leben in Zelten - Grillfleisch auf Schwertern
Während der Zeit der Feldzüge gegen das Byzantinische Reich zogen die Soldaten umher und lebten in Zelten. Zu dieser Zeit, also im 14. Jahrhundert, sollen sie angefangen haben, das Fleisch erlegter Tiere auf ihre Schwerter zu stecken und über dem Feuer zu grillen. Exakte Belege zu dieser Legende gibt es aber nicht.
Gegen diese Legende der osmanischen Soldaten spricht aber, dass das Wort kebab bereits im 13. Jahrhundert im turksprachigen Vers-Epos Qissa-i Yûsuf ("Erzählung von Yûsuf") von Qul Ghali (st. 1236) erwähnt wurde. Das Lehrgedicht, das viele Hinweise auf islamische Traditionen, Vorschriften und Verhaltensweisen enthielt, entstand im Reich der muslimischen Wolgatataren. Seine Sprache kann mit dem heutigen Tatarischen und Baschkirischen verstanden werden. Es kann also gut sein, dass die kebabs ursprünglich aus der Region Idel-Ural im heutigen Russland stammen…
Doch ganz egal, woher sie stammten und wo sie zunächst zubereitet wurden: Kebabs wurden jedenfalls zu einer Erfolgsgeschichte, weil sie sich vom Osmanischen Reich in den Westen (auf den Balkan oder nach nach Griechenland) und weit in den Osten nach Indien und China verbreitete. Heute sind sie in verschiedenen Formen sowohl als Streetfood als auch in Restaurants verbreitet.
Vielfältige Zubereitungsarten des Kebab
In der Türkei werde Kebabs oft aus Lammfleisch, der Döner ist häufig aus Kalbfleisch, in Indien sind Hähnchen-Spieße sehr verbreitet. Kebabs sind vor allem in islamischen Kulturen verbreitet, aus diesem Grund gelten für die Zubereitung zumeist die islamischen Speisevorschriften – so ist die Verwendung von Schweinefleisch untersagt.
Das Fleisch der Kebabs wird oft länger mariniert. Marinaden basieren häufig auf Joghurt oder Olivenöl, die das Fleisch zart machen und dafür sorgen, dass die Gewürze gut aufgenommen werden.
Vor allem Kebabs aus Hackfleisch werden mit vielen unterschiedlichen Gewürzmischungen zubereitet. Diese sind entscheidend für den Geschmack des Kebabs. Indische kebabs haben typische Zutaten wie Garam Masala, Kreuzkümmel, Paprika, Eier, Mangos, Knoblauch, Pfeffer sowie manchmal Zimt oder Nelken. Arabische Kebabs sind vergleichsweise mild.
Zu den fertig gegrillten Kebabs werden oft Saucen auf der Basis von Joghurt oder von Tomaten gereicht.
Fazit: Egal ob Kebab oder Kebap: sie sind einfach lecker!


